29. Mai 2018

Führung durch den Niedersächsischen Landtag

mit Stefan Politze

 

Am 29. Mai 2018 hat die Gruppe der MSE  den Landtagsabgeordneten  Stefan Politze im Leineschloss besucht und wurde von ihm durch die neuen und alten Räumlichkeiten geführt.

 

Dabei erläuterte er die Geschichte des  Leineschlosses. Er führte an, dass es 1637 – 1640 in Hannover als Residenz des Herzogs von Calenberg erbaut wurde und ursprünglich ein Fachwerkgebäude war. Ab 1714 war das Leineschloss „Residenz ohne Regenten“, zumal Kurfürst Georg Ludwig als König Georg I. König von Großbritannien wurde. 1816 – 1851 wurde das Schloss durch den Architekten Georg Ludwig Laves umgebaut. Der Portikus im klassizistischen Baustil ist bis heute der prägende Teil des Gebäudes.

 

1943 wurde das Leineschloss bei einem amerikanischen Luftangriff fast vollständig zerstört. Mit Ausnahme des Kammerflügels brannte das Gebäude fast bis auf die Grundmauern nieder. Deshalb trat der ernannte, sprich von der britischen Militärregierung eingesetzte, Niedersächsische Landtag in seiner ersten Sitzungswoche nach dem Zweiten Weltkrieg ab dem 9. Dezember 1946 zunächst im Hodlersaal des Neuen Rathauses zusammen.

 

1947 wurde der erste Landtag Niedersachsens gewählt. Er tagte von da an in der Stadthalle, heute das Congress Centrum von Hannover. Erst 1956 erfolgt der Beschluss des Landtages, das Leineschloss nach den Plänen von Dieter Oesterlen als Parlamentsgebäude wieder aufzubauen. 1962 wurden das vorherige Gebäude und der Plenarsaal wiederhergestellt.

 

Auf Grund des Sanierungsbedarfes lobte das Land Niedersachsen im August 2009 einen Architektenwettbewerb zur Um- oder Neugestaltung des Plenarsaaltraktes aus. Am 25. April 2013 begannen die Umbauarbeiten. Für die Bauphase gab es einen Interims-Plenarsaal im Verfügungsgebäude in der Leinstraße 30. Am 27. Oktober 2017 konnte der neue umgestaltete Plenarsaal eingeweiht werden.

 

Neben der Geschichte des Parlamentsgebäudes erklärte Politze die wichtigsten Eckdaten der aktuellen Legislaturperiode. Zur Zusammensetzung des Landtages:  Niedersachsen hat 87 Wahlkreise, d.h. 87 Abgeordnete werden direkt gewählt. Insgesamt hat der Landtag mindestens 135 Abgeordnete ohne Überhangmandate. Derzeit gibt es 137 Parlamentarier. Davon entfallen aktuell 55 auf die SPD, 50 auf die CDU, 12 auf die Grünen, 11 auf die FDP und 9 auf die AfD.

 

Der aktuelle Haushalt (2018) umfasst ca. 31 Milliarden Euro. Durch die Beschlüsse der vergangenen Legislaturperioden, aber auch durch neue Beschlüsse sind Bildung und Soziales die größten Teilhaushalte. Mit 8,2 Milliarden Euro für Bildung und rund 6 Milliarden für Soziales bilden sie fast die Hälfte des gesamten Haushaltsvolumens ab.

 

Insgesamt war die Führung sehr interessant und informativ. Das Highlight war dabei natürlich der neue Plenarsaal, der in seiner hellen und freundlichen Gestaltung ein würdiger Sitz für ein demokratisches Parlament ist.

 

Stefan Politze

26. Mai 2018

Claus Arne Mohr hält einen Vortrag zur Fußballweltmeisterschaft

 

Ein Lauf quer übers Spielfeld mitten durch die Geschichte der Fußball Weltmeisterschaften, nicht weniger war unser Anliegen um das geneigte Publikum an diesem Nachmittag im Mai, auf das bevorstehende Fifa Turnier im Russland des Jahres 2018 einzustimmen.

 

So begannen wir die Reise mittels einer Multimedia Show.

 

Und sahen zu wie aus einem improvisierten Einladungsturnier zum 100. Geburtstag Uruguays das zweitgrößte Sportevent weltweit wurde.

 

Wir standen am 4.7.1954  am Rand des regendurchtränkten Rasen des Wankdorfstadion und lauschten dem Kommentar Zimmermanns, ärgerten uns übers Wembley–Tor, amüsierten uns über Sangeskünste der DFB Herren und litten mit den Brasilianern über ihren sprichwörtlichen 1: 7 Moment gegen die deutsche WM Mannschaft im Halbfinale 2014.

 

Tor, Tor, Tor, …. oder eben doch nicht ? ….. doch, doch und davon gleich 8 Stück in einem Spiel. Deutschland,  war wieder wer und geht 2018 nun als Titelverteidiger ins Turnier. Jedenfalls kann man die Geschichte der alten BRD nicht ohne den WM Sieg 1954  erzählen und Fußball war schon immer mehr als Fußball.

 

Natürlich standen auch Absurditäten und Korruption innerhalb der Fifa, der Hüterin der Weltmacht Fußball, zur Diskussion – wechselnde Auftragsmodalitäten, Vergabeskandale und Auftragsmorde der Wettmafia nicht beiseite.

 

Über all das wurde aber auch deutlich, dass der Sport nach wie vor als weltweiter Kommunikator dient. Das zeigte sich auch in unserer kleinen Gruppe am Samstagnachmittag.

 

Die Mischung aus Vortrag, Videobeiträgen und Beiträgen aus dem Publikum über eigene WM Erinnerungen bescherte uns, denke ich, eine gute Zeit.

 

Und so wurde bei manchem doch eine gewisse Spannung auf den Verlauf eines Events wieder geweckt, der sonst mit Fußball nicht so viel anzufangen wusste.

Operation geglückt.

 

Nun bleibt dem geneigten Publikum im Mai nur abzuwarten was da in Russland im Juli geschieht. Ein alter Fußballspruch sagt jedenfalls: 22 Leute rennen hinter dem Ball her und am Ende gewinnen immer die Deutschen.

Ob das diesmal auch funktioniert, kann natürlich niemand ahnen …..

Claus Arne Mohr

28. April 2018

Lesung aus Heinrich Böll´s "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen"

vorgetragen von Sabine Antonischki

 

Das heutige Treffen im SH musste kurzfristig neu organisiert werden, da Herr Mohr beruflich verhindert war. Frau Antonischki stellte sich freundlicherweise für eine    Lesung und zur Unterstützung der Gruppe zur Verfügung. da auch Frau Schwartz verhindert war.  

Gelesen wurden Teile aus "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen" – ein Werk aus der Feder Heinrich Bölls.

Frau Antonischki stellte erstaunt fest, dass es sich um eine über 50 Jahre „junge“ Ausgabe dieses  (aus Sicht des Verfassers) amüsanten Werkes handelte.

Bedauerlicherweise wurde dieses Treffen nur von 11 Personen besucht, absoluter Negativrekord.

Holger Riekenberg

08. Dezember 2017

Weihnachtsfeier

 

So wurde Anfang Dezember auch wieder im Kreise der Mitgliedschaft eine MSE Weihnachtsfeier abgehalten.

Unter einem großen Baum fanden alle zusammen und der 1. Vorsitzende, Claus Mohr begrüßte zur Einstimmung  Anna Schaumlöffel als Mezzosopran und Anastasia Sokolova am Klavier. Das Duo von Live Music Now schenkte uns eine stimmungsvolle, musikalische Eröffnung. Dann richtete unser Schirmherr Prof. Goehrmann sich in seinem alljährlichen Grußwort an die Gäste der Feierstunde.

Prof. Goehrmann mahnte in seinem Vortrag für die künftige Entwicklung in Deutschland kritisches Nachdenken und  konstruktives Vordenken an, die sich produktiv ergänzen müssen.

Das ist sei Voraussetzung für die kraftvolle Innovationskultur, um die anstehenden Reform- und Modernisierungs-Potentiale zu nutzen.

Einzelne Punkte dazu:

Demokratische Entwicklung – Stichwort Alterskultur

Ökologische Entwicklung – Klimawandel

Ökonomische Entwicklung – Globalisierung

Mobilitätsentwicklung – Stichwort Infrastruktur

Er sah Deutschland vor einem Wettbewerbssprung in Bezug auf den demographischen Wandel, weil in Deutschland eine reifere Gesellschaft die Anstrengungen der Gesundheitsforschung Medizintechnik forcierte.

Positiv sah er auch, dass Deutschland bei Investitionen in erneuerbare Energien und bei der Installation  umweltschonender Technologien führend ist. Deutschland spielt bei der Energie-Effizienz ganz vorne mit.

Zum Thema Globalisierung meinte er, dass wir mit unserem volkswirtschaftlichen Saldo noch kurz vor China Exportweltmeister sind, zugleich die USA in Punkto Produktivität überholt haben. Es gibt aber noch anspruchsvolle Aufgaben.

Beim Thema Mobilität sah er dann die Umsetzung der Technologien zur E-Mobilität als weniger gravierend an als die Aufgabenstellung, die sich in der Infrastruktur in Bezug auf Straßen und Brücken sowie Bahnanlagen ergeben, Schulen nicht zu vergessen.

Aber er zog ein positives Fazit und ging optimistisch in die Zukunft, um uns in dieser Stimmung fröhliche Weihnachten zu wünschen.

Hernach folgte unsere weihnachtliche Kaffeetafel und ein paar abschließende Worte des Vorsitzenden, Claus Mohr, zum Ende des Vereinsjahres, verbunden mit dem herzlichen Dank an Vertreterinnen der unterstützenden Inner Wheel Clubs, dem Servicehausteam und Kräfte die uns unterstützten.

Vor dem feierlichen Ausklang las Therese Goehrmann eine launige Geschichte und Dagmar Rohde etwas kosumkritisches vor.

Anschließend fand  Pestalozzivorstand Claus Fitschen noch ein paar schöne Worte und sprach zum Ausklang einen Segen.

Zum Schluss wurde nochmal gemeinsam gesungen und wir konnten das Vereinsjahr und unsere Feier friedvoll beschließen.

Claus Arne Mohr

24.02.2018 Daniela Keil berichtet über ihre Reise nach Israel

 

Meine unvergessliche Reise ins Heilige Land

 

Seit Jahren träume ich davon, einmal nach Israel reisen zu können und die Orte zu sehen, an denen Jesus gelebt und gewirkt hat. Zugleich habe ich mir gewünscht, einmal die Arbeit von Dienste in Israel vor Ort kennenzulernen. Eine Reise nach Israel zu planen, war für mich eine neue Herausforderung, da ich aufgrund einer Körperbehinderung im Rollstuhl sitze und auf Assistenz angewiesen bin. Aber ich wusste, dass für Gott nichts unmöglich ist.

Im Herbst 2016 habe ich mich mit meinem Anliegen an Dienste in Israel gewandt. Zur gleichen Zeit stellte sich heraus, dass eine liebe Freundin von mir, Annika, große Lust hätte, mit mir nach Israel zu reisen. Also haben wir uns kurzerhand zu dritt zusammengesetzt und gemeinsam überlegt wie eine Israel-Reise für uns möglich werden könnte. In den darauffolgenden Wochen haben uns zwei Mitarbeiter von Dienste in Israel bei der weiteren Reiseplanung und  –Vorbereitung unterstützt. Meine Vorfreude wuchs immer mehr!

Am 09. März 2017  schließlich sind Annika und ich von Berlin aus nach Tel Aviv geflogen. In den darauffolgenden zwei Wochen bereisten wir Israel mit einem Mietwagen von Nord nach Süd und von Ost nach West. Wir waren jeweils einige Tage in Eliat am Roten Meer, im Kibbuz En Gev am See Genezareth, in Jerusalem und einen Tag in Tel Aviv. Auch einen Badestop am Toten Meer haben wir uns nicht  entgehen lassen. Ich war erstaunt, wie viel in Israel an Rollstuhlfahrer gedacht wird. Bei allen möglichen Sehenswürdigkeiten und auch in den Städten gibt es Behindertenparkplätze und rollstuhlgerechte WCs, sogar an einer Tankstelle in der Wüste.

Noch nie in meinem Leben habe ich eine so wunderschöne und vielseitige Landschaft gesehen wie in Israel! Besonders fasziniert hat mich Jerusalem, wo wir die letzten fünf Tage unserer Reise verbracht haben. Cornelia, die Mitarbeiterin von Dienste in Israel in Jerusalem, zeigte uns die Sehenswürdigkeiten und steckte uns sofort mit ihrer Liebe zu dieser einzigartigen Stadt an … Unter anderem besuchten wir auch die Grabeskirche. Mit meinem Rollstuhl durften wir an der Schlange vorbei als erste für einen kurzen Moment in die Jesu Grabkammer hineingehen. Die Geistlichen waren sehr freundlich und halfen uns mit dem Rollstuhl, weil der Boden etwas uneben war. Wir spürten, dass dies ein heiliger Ort  ist. Rings um das Grab standen Kerzen, die die kleine Kammer erhellten. Nachdem  wir wieder hinausgegangen waren, schenkte mir einer der Geistlichen ein kleines Holzkreuz. Wow, was für ein bewegender Augenblick.

Am dritten Tag besuchten wir  Volontäre von Dienste in Israel im orthopädischen Krankenhaus Ayln am Rande von  Jerusalem. Die Begegnung mit den dort lebenden schwerstbehinderten Kindern und Erwachsenen hat mich sehr berührt. Sie haben eine Muskeldystrophie, sitzen im Rollstuhl, müssen größtenteils beatmet werden und können sich viel weniger bewegen als ich.

Wir  sprachen mit den dortigen Volontären über ihre Arbeit und mit einem erwachsenen Bewohner über sein Leben. Seine Krankheit ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass er  nur noch den kleinen Finger bewegen kann. Trotzdem machte er einen lebensfrohen Eindruck und hat ein Buch über sein Leben geschrieben, das zurzeit ins Englische übersetzt wird. Die Kinder und Erwachsenen, denen wir dort begegneten, strahlten trotz ihrer Krankheit eine Zufriedenheit und Lebensfreude aus, die uns sehr zu Herzen ging.

Diese Eindrücke und Erlebnisse und vieles mehr werden mich noch lange begleiten. Wir danken den Mitarbeitern von Dienste in Israel von ganzem Herzen für ihre Unterstützung bei dieser für uns unvergesslichen Reise! Für mich war es die schönste Reise meines bisherigen Lebens - ich habe Israel kennen und lieben gelernt!

Toda & shalom

Daniela Keil

   
© MSE Hannover