Geschichte

Die Arbeitsgemeinschaft an Multipler Sklerose Erkrankter wurde 1982 in Hannover, von der Arzthelferin Gisela Richter (geb. 6.6.1950 gest. 2.11.2004), als Selbsthilfegemeinschaft gegründet. Mit 20 Jahren war Gisela Richter an Multipler Sklerose erkrankt.

Die Gründung der MSE war Ausdruck ihrer Suche nach Wegen im Umgang mit ihrer Krankheit. Die große DMSG war für ihr Anliegen nicht das geeignete Forum. Sie wollte vielmehr in einer kleineren und persönlicheren Selbsthilfegruppe durch Vorträge - auch Vorträge über unkonventionelle Methoden und Außenseiterverfahren - sowie körperliche und mentale Übungen Wege zur Erleichterung und zur Besserung der MS finden.

Ihr wichtigstes Anliegen war das Projekt, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes und weitgehend unabhängiges Wohnen mit bedarfsorientierten Hilfeleistungen zu ermöglichen.

Seit 1984 ist die MSE, ein gemeinnütziger rechtsfähiger Verein.

Der Verein erfuhr von vielen Seiten große ideelle, finanzielle und praktische Unterstützung. Von Anfang an haben Mitarbeiter des Roten Kreuzes und Damen und Herren vom Sozialwerk der Pommern (die Familie von Frau Richter stammte aus Pommern) die Treffen begleitet. 1987 kamen die Damen der Inner Wheel Clubs Hannover Opernhaus und Hannover Maschsee hinzu, die bis heute regelmäßig ein monatliches Treffen gestalten und auch Ausflüge mit den Mitgliedern unternehmen.

1984 hat Frau Dr. Heidi Adele Albrecht, die Ehefrau des niedersächsischen Ministerpräsidenten Dr. Ernst Albrecht, die Schirmherrschaft übernommen und sich in vielfältiger Weise um die Belange des Vereins gekümmert.

Einige Mitglieder denken noch heute gern an das selbstgekochte Apfelgelee der Marke „Heidi Adele“. Frau Dr. Albrecht hat Frau Richter bei der Umsetzung der Idee eines Servicehauses sehr unterstützt und ihr viele Türen geöffnet und Kontakte hergestellt. 1988 begannen die Planungen für den Bau. 1995 konnten in der Hildesheimer Strasse 141 in der Südstadt von Hannover gegenüber der Gildebrauerei 36 behindertengerechte Wohnungen bezogen werden. Die Pestalozzistiftung Großburgwedel stellt als Betreiberin den Grundservice und die Pflege sicher.

1994 hat Frau Dr. Albrecht die Schirmherrschaft an Herrn Prof. Dr. Dr. Klaus Goehrmann übergeben, der die MSE bis heute mit großem Elan unterstützt.

Nach einigen anderen Auszeichnungen hat Gisela Richter im Jahr 2002 für ihr Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. Im November 2004 ist Frau Richter verstorben, für die MSE ein großer Verlust.

Aber die MSE und ihr Wohnprojekt das Servicehaus bestehen fort.

Es ist gelungen den Verein auch über die Corona – Phase zu retten, Das war in der Selbsthilfeszene, gerade für Menschen mit Behinderungen, keine leichte Aufgabe.

Der Kampf mit bzw., gegen die Multiple Sklerose (MS) ist unsere Wurzel, aber, auch dank des Servicehauses, sind wir mittlerweile eine Plattform der Inklusion in der Stadtgesellschaft und auch Menschen mit anderen Behinderung oder gänzlich ohne – werden Mitglied und tragen unsere Ideen weiter, dies bereits über 40 Jahre!